Kollisionen beeinflussen Galaxienform
Das Schicksal der Milchstraße
![]() © Stelios Kazantzidis, Ohio State University
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Dieses Bild von einer Supercomputer-Simulation zeigt die Dichte der dunklen Materie in unserer Milchstraße. Die Farbskala von blau über violett zu rot und gelb korrespondiert in dieser Falschfarbenaufnahme mit einer Zunahme von Dunkler Materie. Die helle Zentralregion repräsentiert das leuchtkräftige Zentrum unserer Galaxis aus Gas und Sternen. Die klumpige Struktur in deren Außenbereichen zeigt Ansammlungen von Dunkler Materie, die wiederum Sternmaterie und Gas gravitativ an sich bindet.
Zusammenstöße zerstören Spiralgalaxien nicht
Kazantzidis und seine Kollegen haben in detaillierten Simulationen verfolgt, wie sich die Kollision solcher scheibenförmiger Galaxien mit kleineren Systemen wie beispielsweise den Magellanschen Wolken, die ebenfalls von Halos aus Dunkler Materie umgeben sind, auswirkt. Die Simulationen zeigen, dass sich die kleineren Galaxien durch die Zusammenstöße langsam auflösen. Bei den großen Galaxien zeigen sich die Auswirkungen vor allem am äußeren Rand: Hier zieht die Schwerkraft der kleinen Systeme Sterne und Gas aus der Scheibe heraus und führt dadurch zu einer "Aufblähung" der Randregion.
"Die Zusammenstöße zerstören also die Spiralgalaxien nicht, aber sie treiben ihre Entwicklung voran", so Kazantzidis. "Sie erzeugen aufgeblähte Randregionen und ringförmige Strukturen aus Sternen. Solche spektakuläre Strukturen können wir tatsächlich bei vielen fernen Spiral-Galaxien beobachten." Da der genaue Verlauf der Zusammenstöße auch von der Dunklen Materie abhängt, hoffen die Forscher aus einem Vergleich der Simulationen und der Beobachtungen auch etwas über die bislang unbekannten Natur dieser geheimnisvollen Substanz zu erfahren.
Dr. Rainer Kayser ist freier Wissenschaftsjournalist in Hamburg.