Woche 43
Was passiert, wenn Sterne Verstecken spielen?
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Ein Bedeckungsveränderlicher ist ein Doppelsternsystem, das am periodischen Helligkeitswechsel erkennbar ist. Der Helligkeitswechsel kommt durch die regelmäßige gegenseitige Bedeckung zustande und resultiert in einer Helligkeitskurve/Lichtkurve mit unterschiedlich stark ausgeprägten Helligkeitsminima.
Die Lichtkurve als Indikator für Sterneigenschaften
Zieht der kleinere Stern dann hinter dem größeren vorbei, dann wird sein helles Licht ganz oder teilweise abgeschirmt: Die Helligkeit des Doppelsternsystems nimmt ein zweites Mal ab – in der Lichtkurve entsteht ein weiteres, diesmal deutlich ausgeprägtes Minimum, das Hauptminimum. Wie tief Haupt- und Nebenminimum ausfallen, hängt vom Helligkeitsunterschied der beiden Sterne ab. Ist die Flächenhelligkeit des kleinen Sternes geringer als die des größeren Sterns, entsteht das Hauptminimum, wenn er vor diesem vorbei zieht, und das "flache" Nebenminimum, wenn er sich hinter ihm befindet. Wenn beide Sterne exakt gleichgroß und hell sind, sind Haupt- und Nebenminimum gleich tief.Aus dem Verlauf der Lichtkurve lassen sich wichtige Parameter bestimmen - das Radienverhältnis beider Sterne, die Bahnperiode und bei Kenntnis der Geschwindigkeit der Sternbewegung sogar die Masse der Sterne. Der wohl bekannteste Bedeckungsveränderliche ist der Stern Algol im Sternbild Perseus - in weniger als drei Tagen ändert er seine Helligkeit periodisch. Schon 1783 untersuchte ihn der Engländer John Goodricke und schloss auf einen Begleiter des sichtbaren Sterns.
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DLR-Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt.