Schwarze Löcher in der Milchstraße
Überbleibsel aus der Vergangenheit
Sie enthalten die 1000- bis 100.000-fache Masse der Sonne und rasen mit hoher Geschwindigkeit durch die Milchstraße: mehrere hundert Schwarze Löcher aus der Frühzeit der Galaxis. Zwei amerikanische Astrophysiker folgern die Existenz der streunenden Schwarzen Löcher aus statistischen Analysen der Entstehungs-Geschichte der Milchstraße. In ihrem demnächst im Fachblatt "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" erscheinenden Bericht geben die Forscher außerdem Tipps, wie sich die Schwarzen Löcher aufspüren lassen.
![]() © David A. Aguilar (CfA) |
Darstellung eines Künstlers von einem Schwarzen Loch, am Rande der Milchstraße. Neuen Untersuchungen von Ryan O'Leary und Avi Loeb zufolge, rasen mehrere hundert Schwarze Löcher, entstanden in der Frühzeit der Galaxis, durch die Milchstraße.
Jede dieser Zwerggalaxien enthielt in ihrer Mitte ein Schwarzes Loch - und diese Schwarzen Löcher müssten noch heute in der Milchstraße vorhanden sein. Gemeinsam mit seinem Kollegen Ryan O'Leary analysierte Loeb eine Vielzahl unterschiedlicher Entstehungsszenarien für die Galaxis, um die Zahl der Schwarzen Löcher abzuschätzen. "Es müssen Hunderte sein", so Loeb.
Die Schwarzen Löcher sollten nach Ansicht von Loeb und O'Leary von dichten Stern-Haufen umgeben sein, Überreste der Zentralregionen ihrer ursprünglichen Zwerg-Galaxien. "Diese Stern-Haufen können uns als Leuchtturm bei der Suche nach den Schwarzen Löchern dienen", sagt Loeb, "ohne das Licht dieser Sterne wären sie nahezu unmöglich aufzuspüren." Die Stern-Haufen sind so kompakt, dass sie selbst in großen Teleskopen wie ein einzelner Stern erscheinen. Doch ihr Spektrum kann den Astronomen verraten, dass sie aus vielen unterschiedlichen Sternen bestehen.
Dr. Rainer Kayser ist Wissenschaftsjournalist in Hamburg
Dr. Rainer Kayser ist Wissenschaftsjournalist in Hamburg

