Beobachtungstipp Juni
Das Sternbild Skorpion
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Das Sternbild Skorpion
In unseren Breiten ist der Skorpion nie vollständig zu sehen. Der lange Schwanz und der Giftstachel bleiben bei uns stets unter dem Horizont. Südlich von Epsilon Scorpii bleibt dieses giftige Wüstentier unsichtbar. Zwar kulminiert Lambda Scorpii (Shaula, arabisch: Stachel), der nördlichste Stachelstern, in 50° nördlicher Breite in knapp 3° Höhe. Als Stern zweiter Größenklasse kann man ihn in den horizontnahen Dunstschichten aber kaum erkennen. Selbst bei klarem Himmel ist die Extinktion in dieser geringen Höhe so groß, dass sich Shaula freiäugig praktisch nicht zeigt.
Auch sonst ist der Skorpion beschnitten: Ursprünglich zählten auch die Waage-Sterne zu diesem Bild. Alpha und Beta Librae markierten die südliche und nördliche Schere. Bei den Babyloniern war die Waage noch unbekannt. Durch die modernen Sternbildergrenzen wurde der Skorpion noch ein Stück verkleinert: Der Stern Gamma Scorpii firmiert heute beispielsweise unter Sigma Librae.
Der Hauptstern Antares ist ein tiefroter Riesenstern in rund 600 Lichtjahren Entfernung. Er ist leicht veränderlich (0,86 bis 1,06 mag) mit einer mittleren Periode von fast sechs Jahren, sein Spektraltyp ist M1 Ib. Antares hat in 3" Distanz einen 5,4 mag hellen Begleiter, der am 13. April 1819 von Professor Adam von Burg (1797-1882) in Wien bei einer Sternbedeckung durch den Mond entdeckt wurde.
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